Samstag, 9. September 2017

Fremdenlegionäre

Peter Mühlbauer auf Telepolis:

Aung San Suu Kyi kritisiert "Fake News" über Konflikt in Rakhine

Islamistische Separatisten haben enge Verbindungen nach Saudi-Arabien, Pakistan und Afghanistan

Dass sich diese ARSA bis vor kurzem "Glaubensbewegung" nannte, ist kein Zufall: Den Erkenntnissen der International Crisis Group (ICG) und des ehemaligen indischen Türkeibotschafters M.K. Bhadrakumar nach wurde ihr Anführer Ata Ullah im pakistanischen Karatschi geboren und wuchs im Wahabitenkönigreich Saudi-Arabien auf, wo viele andere führende Mitglieder und Finanziers der 2012 gegründeten Gruppe leben. Die Ausbildung der Guerillakämpfer übernahmen dem ICG-Bericht nach Veteranen, die als islamistische Kämpfer in Afghanistan und anderen Ländern Kriegserfahrungen gesammelt hatten.

Freitag, 8. September 2017

Maschine der Täuschung und Propaganda

Florian Rötzer auf Telepolis:

Die New York Times über den "russischen Informationsangriff"

Die russische "Kampagne zur Störung der amerikanischen Wahlen" sei unterschätzt worden, die NYT webt aus Vermutungen ein Verdachts- und Bedrohungsszenario mit verschwörungstheoretischen Ausmaßen

Wirkliche Aufklärung oder gar investigativer Journalismus sieht anders aus. Solche Artikel schüren das Misstrauen in Medien und sind selbst Teil der Polarisierung, die der anderen Seite vorgeworfen wird. Aufklärung würde darin bestehen, das mitunter schmutzige Spiel beider Seiten aufzudecken und ins Verhältnis zu setzen, aber davon scheint man sich in den USA ähnlich wie in der Türkei immer weiter zu entfernen. Die NYT macht sich mit dem Artikel eben zu der Maschine der Täuschung und der Propaganda, die sie eigentlich aufdecken will.

Donnerstag, 7. September 2017

Üble Nachrede

Massenmediale Psychotechniken

Jens Wernicke im Interview mit Prof. Rainer Mausfeld auf Rubikon:

Massenmediale Ideologieproduktion

Prof. Rainer Mausfeld im Interview mit Jens Wernicke. Exklusivabdruck aus dem Buch "Lügen die Medien?".

Der Neoliberalismus ist ein Phänomen: Er macht den Armen und Schwachen weis, sie wären an ihrem Elend selbst schuld. Und er schafft es auch noch, dafür zu sorgen, dass das wahre Ausmaß der gesellschaftlichen Armut kaum je an die Öffentlichkeit dringt; dass das Gesundheitssystem trotz immer höherer Ausgaben immer inhumaner wird; dass die soziale Arbeit erodiert und kaum jemand etwas hiergegen unternimmt; dass mittels Stiftungen ein regelrechter »Refeudalisierungsboom« im Lande tobt und Investoren inzwischen auf die Privatisierung des öffentlichen Bildungssystems abzielen. Doch mit welchen massenmedialen Psychotechniken wird den Menschen der Geist vernebelt, um Widerstand gegen diese unmenschliche Ideologie weitestgehend unmöglich zu machen? Dazu sprach Jens Wernicke mit dem Wahrnehmungs- und Kognitionsforscher Rainer Mausfeld, für den Medienkritik nicht ohne Gesellschaftskritik denkbar ist und der die Hauptfunktion der Massenmedien darin sieht, durch Vorspiegelung vermeintlich demokratischer Illusionen reale Demokratie de facto unmöglich zu machen.

Medienkritischer Crashkurs

Jens Wernicke im Interview mit Walter van Rossum auf Telepolis:

Ja, lügen die Medien denn nun oder nicht?

Walter van Rossum über Wahrheit in den Medien, warum Journalisten oft Brandbeschleuniger sind und sich an geltende Sprachregelungen, Normen und Konventionen halten

Dass den Medien in bürgerlichen Demokratien auch und vor allem die Aufgabe der "Gedankenkontrolle" der Bürgerinnen und Bürger zukommt, hat Noam Chomsky, der meistzitierte Intellektuelle der Welt, in etlichen Publikationen herausgearbeitet und belegt. Diese Funktion der Medien wird - vor allem wohl aufgrund der Zunahme an Kriegen und gesellschaftlicher Segregation - für immer größere Bevölkerungsteile evident. Sie betiteln die Medien daher als "Lügenpresse", legen Programmbeschwerden ein und "basteln" sich ihre Informationen mehr und mehr aus den wenigen unabhängigen Medien und im Netz zusammen.

Wie aber ist es um "unsere" Medien tatsächlich bestellt? Welche Prozesse und Wirkungen zeichnen sich ab? Und ist das Wort "Lügenpresse" dummrechte Kritik und somit tabu? Das erklärt Walter van Rossum im Interview mit Jens Wernicke für das Buch "Lügen die Medien? Propaganda, Rudeljournalismus und der Kampf um die öffentliche Meinung". Ein Auszug aus dem Buch, das gerade im Westend Verlag erschienen ist.

Donnerstag, 31. August 2017

Fake-News-Produktion

Jens Bernert auf Rubikon:

Propagandalügen in der Presse

Für eine wirkungsvolle Propaganda braucht es Massenmedien, die Falschmeldungen, Manipulationen und Verdrehungen bereitwillig verbreiten.

Für eine wirkungsvolle Propaganda braucht es Massenmedien, welche Falschmeldungen, Manipulationen und Verdrehungen bereitwillig auf allen Medienkanälen senden und veröffentlichen und dazu idealerweise noch unterschlagen, was der Propaganda entgegenläuft. Bis hin zur freiwilligen Nachrichtensperre, wenn die Wahrheit über eine Propagandalüge offen auf dem Tisch liegt. Dem Kritiker bleibt meist nicht viel mehr, als auf die Ungereimtheiten und Fakten hinzuweisen. Auf eine adäquate Reaktion inklusive des Eingeständnisses eines Fehlverhaltens durch die Qualitätspresse kann er in aller Regel lange warten. Er darf seine Energie dann gerne darauf verschwenden, sich daran abzuarbeiten. Notfalls redet man sich mit der Ausrede „bedauerlicher Fehler“ heraus, aber selbst das haben die meisten Medien offenbar nach eigenem Selbstverständnis nicht mehr nötig.

Samstag, 26. August 2017

Stimmungsmache

Anabel Schunke auf Tichys Einblick:

Bertelsmann-Studie: Wirtschaftsforscher widersprechen, Medien jubeln

Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) wirft der Bertelsmann-Studie über die gute Integration von Muslimen in den Arbeitsmarkt massive methodische Mängel vor. Bezeichnend: Viele Medien folgen unkritisch den erkennbaren Fake-News.

Landauf, landab verfassten deutsche Medienhäuser wohlwollende Überschriften, die den angeblichen Integrationserfolg verkündeten. In den Nachrichtensendungen des Landes das gleiche Bild. Die Studie wurde verkündet wie eine Wahrheit. Raum für Zweifel gab es nicht. Wer nicht die Zeit oder Muße hat, die Befunde selbst noch einmal einer kritischen Überprüfung zu unterziehen, der wird mit der Erfolgsmeldung vom deutschen Integrationswunder allein gelassen. Während die Studie der Bertelsmann-Stiftung eine kritiklose Verbreitung auf allen Kanälen erfährt, finden Befunde, die dieser Studie diametral gegenüberstehen, keine sonderliche Beachtung. Schon gar nicht in den Abendnachrichten.

Umfragen

Donnerstag, 24. August 2017

Fake News lieben

Alexander und Bettina Hammer auf Telepolis:

Die Öffentlich-Rechtlichen, die Leitmedien - und die SPD

Wie ich lernte, die Fake News zu lieben

Wir sind doch die Guten? Wir sind die Guten!

In der Comicverfilmung "Ant-Man" fragt einer derjenigen, die einbrechen, um einem Schurken einen Anzug zu stehlen, der ihn mikroskopisch klein werden lassen kann: "Sind wir die Guten?" Und natürlich lautet die Antwort: "Wir sind die Guten." Auf der einen Seite die wohlmeinenden Einbrecher, auf der anderen eben die Bösen mit der Gier nach Geld und Macht.

Eine ähnlich einfache Sicht findet sich während der Debatte um das Aufregerdreamteam "Hate Speech" und "Fake News" wieder: Auf der einen Seite stehen die Schmuddelkinder, allen voran Facebook, begleitet von Twitter und YouTube, eingerahmt von privaten Blogs und ggf. Foren sowie diversen ausländischen Sendern, auf der anderen Seite die Wahrheitsritter in glänzender Rüstung, die großen Medien(häuser) und die öffentlich-rechtlichen Medien. Deren Schimmer wird höchstens noch von dem der Politik überstrahlt, die dementsprechend auch Bedarf für Desinformationsabwehrzentren bei sich sieht. Die eigene Rolle und die doch recht kreative Verwendung mancher "Information" wird dabei geflissentlich ignoriert.

Zu Teil 1: Wie ich lernte, die Fake-News zu lieben

Zu Teil 2: Von Angst getrieben

Zu Teil 3: Die Glaubwürdigkeitslüge

Zu Teil 4: Die Wächter der Meinungsfreiheit

Zu Teil 5: Die Angst vor der Bedeutungslosigkeit

Zu Teil 6: Die Macht der Masse

Zu Teil 7: Falsche Freunde und falsche Informationen

Zu Teil 8: Die einfache Entscheidung über Volksverhetzung

Zu Teil 9: Facebooks Sündenfall - oder: selbst ein Bein gestellt

Dienstag, 22. August 2017

Anti-Fake-News-Kampagnen

Marcus Klöckner auf den NachDenkSeiten:

Anti-Fake-News-Kampagnen sind Teil des Kampfes um die Deutungshoheit

Es ist immer wieder die gleiche Geschichte, die man dem Publikum auftischt: „Der Einfluss von Fake News kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Fake News beeinflussen unser Denken und können sogar Wahlen entscheiden. Zum Glück gibt es Vertreter großer Medien, die Fake News den Kampf angesagt und es sich zur Aufgabe gemacht haben, Mediennutzer davor zu bewahren, auf gezielt lancierte Falschmeldungen zur Manipulation der Öffentlichkeit hereinzufallen.“ Das klingt alles gut. Doch die Realität ist komplexer. Die „Anti-Fake-News-Kampagnen“, die seit geraumer Zeit zu beobachten sind, sind Bestandteil eines Kampfes um die Deutungshoheit. Bei der Auseinandersetzung mit Fake News geht es Medien auch darum, die eigenen Glaubensüberzeugungen zum Maßstab einer selbst definierten politischen Wirklichkeit zu machen.

Samstag, 19. August 2017